Die meistgestellte Frage zu Oversized Hoodies lautet: eine Nummer größer bestellen oder nicht. Die kurze Antwort: nein, wenn der Hoodie wirklich oversized geschnitten ist. Die längere Antwort erklärt, warum die Frage trotzdem so häufig kommt.

Echter Oversized Schnitt gegen große Größe

Es gibt zwei Wege, einen Hoodie weit aussehen zu lassen. Der eine ist ein eigener Schnitt: tief angesetzte Schulternaht, breiterer Körper, kürzere Proportion. Der andere ist, einfach einen normalen Hoodie in XXL zu verkaufen.

Der Unterschied zeigt sich an der Schulternaht. Bei einem echten Oversized Schnitt sitzt sie deutlich unterhalb des Schulterknochens, oft fünf bis acht Zentimeter tiefer. Bei einem normalen Hoodie in großer Größe sitzt sie zwar auch tiefer, aber der Ärmel ist dann gleichzeitig zu lang und der Saum hängt zu weit runter. Das Teil sieht dann nicht oversized aus, sondern zu groß.

Deshalb gilt: Bei einem echten Oversized Schnitt bleibst du bei deiner gewohnten Größe. Das Volumen ist schon eingebaut.

So misst du nach

Nimm einen Hoodie, dessen Sitz dir gefällt, und leg ihn flach hin.

Brustweite: Zwei Zentimeter unter dem Armloch von Kante zu Kante messen und verdoppeln. Bei einem Oversized Schnitt liegt dieser Wert typischerweise 10 bis 20 Zentimeter über deinem tatsächlichen Brustumfang.

Schulterbreite: Von Schulternaht zu Schulternaht über den Rücken. Dieser Wert entscheidet mehr über die Optik als jeder andere.

Länge: Vom höchsten Punkt der Schulter senkrecht bis zum Saum. Ein Oversized Hoodie ist im Verhältnis zur Weite oft eher kurz. Das ist Absicht: Er soll breit wirken, nicht lang.

Wann doch eine Nummer größer

Es gibt zwei Gründe. Erstens, wenn du bewusst einen extremen Look willst, bei dem der Saum über die Hüfte hängt und die Ärmel die Hände halb bedecken. Zweitens, wenn du breite Schultern hast und der Hoodie an der Schulternaht sonst spannt, denn genau dort lässt sich nichts ausgleichen.

Wann eine Nummer kleiner

Wenn du eher schmal gebaut oder kleiner als etwa 1,70 Meter bist, trägt ein Oversized Hoodie in normaler Größe schnell auf und verklürzt die Beine optisch. Eine Nummer kleiner behält den Schnitt, nimmt aber das überschüssige Volumen raus.

Warum das Stoffgewicht mitentscheidet

Ein weiter Schnitt funktioniert nur, wenn der Stoff schwer genug ist, um gerade zu fallen. Bei 380 GSM hält der Hoodie die Form, bei 220 GSM sacken Schultern und Saum ein und der Oversize Look wird zum hängenden Pullover. Mehr dazu steht im Beitrag über GSM und Stoffgewicht.

Was dazu passt

Der Hoodie bringt oben Volumen, also braucht die Silhouette unten entweder genauso viel oder deutlich weniger. Beides funktioniert: eine Baggy Jeans für den durchgehend weiten Look, oder eine schmalere Hose für den Kontrast. Was nicht gut aussieht, ist die Mitte aus beidem.

Dazu eine Beanie, im Winter eine Puffer Jacke darüber. Wenn du unter einer Jacke weniger Volumen willst, ist ein Sweatshirt ohne Kapuze die bessere Zwischenschicht.

Alle Modelle mit Maßangaben findest du unter Oversized Hoodies.

Fabian Palla