GSM steht für Gramm pro Quadratmeter und ist die einzige Zahl in einer Produktbeschreibung, die sich nicht schönreden lässt. Sie sagt, wie viel Stoff tatsächlich verarbeitet wurde. Wer wissen will, ob ein Shirt nach fünf Wäschen noch aussieht wie am Anfang, schaut auf diesen Wert und nicht auf die Marke.

Was die Zahl misst

Man schneidet einen Quadratmeter Stoff aus und wiegt ihn. Wiegt er 240 Gramm, hat der Stoff 240 GSM. Mehr Gramm bedeutet dichter gewebtes oder dickeres Garn, also mehr Material an derselben Stelle.

Der Wert sagt nichts über die Faserqualität und nichts über die Verarbeitung. Ein schweres Shirt aus schlechter Baumwolle kann trotzdem pillen. Aber ein sehr leichtes Shirt kann gar nicht schwer und blickdicht sein, egal wie gut die Baumwolle ist. Deshalb ist GSM ein guter erster Filter.

Die üblichen Werte

120 bis 150 GSM: Das klassische Werbe-T-Shirt. Dünn, oft leicht durchscheinend, der Saum rollt sich nach ein paar Wäschen ein. Preislich meist unter zehn Euro.

180 bis 200 GSM: Solides Standard-T-Shirt. Blickdicht, aber noch leicht.

240 bis 260 GSM: Heavyweight-Bereich. Das Shirt fällt spurbar schwerer, der Stoff steht eigenständig und wellt sich nicht am Saum. Unsere Oversized T-Shirts liegen hier.

280 bis 320 GSM: Sweatshirt- und Jogginghosen-Bereich. Innen meist angeraut.

350 bis 430 GSM: Schwere Hoodies. Bei 380 GSM merkst du den Unterschied zu einem normalen Kapuzenpullover sofort beim Anheben. Unsere Oversized Hoodies liegen überwiegend bei 380 GSM, die Zip Hoodies zwischen 350 und 430 GSM.

Warum schwerer Stoff die Form hält

Bei einem Oversized Schnitt hängt viel Stoff frei, ohne vom Körper gehalten zu werden. Leichtes Material gibt dabei nach: Die Schultern sacken ein, der Saum verzieht sich, die Kapuze fällt in sich zusammen. Genau das passiert, wenn ein Hoodie mit 220 GSM oversized geschnitten wird.

Schwerer Stoff hat genug Eigengewicht, um gerade zu fallen. Deshalb ist der Zusammenhang zwischen Oversize und GSM kein Marketingargument, sondern der Grund, warum das Teil funktioniert oder eben nicht.

Der Nachteil

Schwere Stoffe brauchen länger zum Trocknen und sind im Hochsommer zu warm. Ein 260-GSM-Shirt ist für 30 Grad nicht die beste Wahl. Dafür hält es mehr Wäschen aus, und der Preis pro getragenem Tag liegt am Ende niedriger.

Was du beim Kauf prüfen kannst

Steht kein GSM-Wert dabei, ist das schon eine Information. Bei günstiger Ware wird der Wert selten genannt, weil er nicht schmeichelt.

Zweiter Punkt: Achte darauf, ob 100 Prozent Baumwolle angegeben ist oder ein Mischgewebe. Polyesteranteile machen den Stoff leichter und knitterfreier, nehmen ihm aber den schweren Fall und lassen ihn schneller pillen.

Dritter Punkt: Ein hoher GSM-Wert bei einem sehr niedrigen Preis passt selten zusammen. Material kostet Geld, und Stoffgewicht ist der Posten, an dem am leichtesten gespart wird, ohne dass es auf dem Foto auffällt.

Pflege bei schweren Qualitäten

30 Grad, auf links waschen, keinen Weichspüler. Weichspüler legt sich um die Faser und nimmt der Baumwolle genau die Griffigkeit, für die du beim schweren Stoff bezahlt hast. Trockner nur auf niedriger Stufe, sonst geht das Teil in der Länge ein, und beim Oversized Schnitt fällt das sofort auf.

Fabian Palla